Nachdem wir von den Karimunjawa-Inseln in Yogya angekommen sind, ging es nach einer kurzen
Nacht weiter nach Bali. Und intelligent, wie wir beide sind, haben wir eine Tour gebucht, die
die 2 beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Javas mit abfährt und uns dann am Fährterminal
Richtung Bali rausschmeisst.
Erste Station war nach 11 Stunden fahrt also der Mt. Bromo. Wir kamen in Ngadisari an, als
es schon dunkel war. Der Sternenhimmel war überragend und es war ziemlich kalt. Normal auf fast
2000m ü NN. Zu Essen gabs bei Yoschis die besten Kartoffelgerichte in ganz Indonesien. Und das
schon seit 20 Jahren. Booaaahhhh! Röstis gabs auch! Und hats geschmeckt? Nein. Aber egal,
das ist Indonesien und nicht Mitteleuropa.
Etwas genervt ging es dann ins Bett für ein paar Stunden, denn jeder Asienurlauber weiss was jetzt
kommt: genau!, eine Sunrise-Tour.
Wir wurden also um 3:30 von einer ganzen Horde an Jeeps abgeholt und zum Aussichtspunkt in kompletter
Dunkelheit gefahren. Kelly und mir wurde aber nicht klar, warum der Sonnenaufgang hier so toll
sein soll. Vom Aussichtspunkt aus war der Bromo in Richtung Süden. Es war also zuerst dunkel und
dann wurde es hell und wir konnten den Bromo sehen. Das Beste an der Geschichte waren aber die
Massen an Touris, die nicht den Bromo fotografierten (vielleicht weil sie nicht wussten wo er ist),
sondern einfach Fotos in Richtung Sonne machten. Mein Highlight war ja, als alle klatschten,
als die Sonne rausgekommen ist. Was für Affen... Die warten bestimmt auch zu Hause jeden morgen
vorm Fenster auf die Sonne, bis sie klatschen dürfen.
Nach etlichen Fotos bei eher bescheidenen Lichtverhältnissen aber wirklich klarem Himmel
ging es dann runter zum Bromo. Wir fuhren quasi den selben Weg wieder zurück, nur jetzt haben wir
endlich sehen können, wodurch wir bei totaler Dunkelheit gefahren sind. Durch einen 10km breiten Krater
in dem der Bromo und 2 andere Vulkane stehen. Beeindruckend. Herausgelassen wurden wir am Fuße des Bromos,
direkt am Hindutempel. Es gibt wohl keinen beeindruckenderen Ort für einen Tempel, als am Fuße eines
Vulkanes. Ungefähr eine halbe Stunde dauerte der Aufstieg zum Krater. Leider wehte der Wind
in unsere Richtung, sodass wir die ganzen Schwefelgase abbekommen haben. Am Krater klang
es wirklich wie in einer Arztpraxis. Durch die Gase hat jeder gehustet, geschnupft und geniest.
Bandanas sind hier oben wirklich Gold wert.
Danach ging es mit kurzen Zwischenstops zum Ijen, einem Kratersee auf über 2300m mit einem
schier unerschöpflichem Vorrat an Schwefel.
Wieder kamen wir abends an. Und wieder ging es früh los. Diesmal aber erst gegen 5:00. Was
haben wir uns gefreut, dass wir ausschlafen durften...
Diesmal war es nicht so komfortabel, denn zuerst mussten wir ca. 3 km bergauf wandern und dann
über 200m bergab in den Krater hinein. Ausserhalb des Kraters sah es aus wie in den Alpen, hat
man sich in Richtung Krater gedreht, sah es aus wie auf dem Mond. Einfach unglaublich!
Unten am See befindet sich die Stelle, wo die Bergleute den Schwefel abbauen und dann per Hand
und nur mit 2 Körben an einem Bambusstab befestigt den Schwefel nach oben befördern.
Ca. 80 kg tragen die Männer auf einmal. Ich wollte es nicht glauben, aber ich habe es selber versucht
und es scheint echt unmöglich. Sehr taffe Männer. Dazu kommt noch der beißende Geruch der Gase
und die ganzen Touristen, die den Männern im Weg stehen.
Lustig war, wie wir Europäer sofort anfingen darüber zu diskutieren, wo man Förderbänder anbringen
könnte, wie man das Runterschleppen vereinfachen kann oder die Arbeit gesünder und sicherer
gestalten kann, denn die Jungs arbeiten dort wie im Mittelalter. Aber vielleicht ist das einfach
zu westlich gedacht, denn Rationalisierung kostet vielen Menschen die Arbeit. Und mit
Massenarbeitslosigkeit ist keinem geholfen. Vielleicht kommt ja mit mehr Tourismus auch mehr Arbeit
in anderen Bereich, sodass die Arbeit für die Bergarbeiter humaner gestaltet werden kann.
Für mich war der Ijen-Krater eines der beeindruckendsten Dinge, die ich in meinem Leben
gesehen habe.
Vom Ijen war es dann auch nicht mehr weit zur Fähre, die uns nach Bali brachte.
Blick vom Aussichtspunkt. Mt. Bromo ist das Qualmende auf der linken Seite
Karohemdfraktion mit ungebändigter Freude endlich in einem richtigen Jeep sitzen zu dürfen.
Hinten: Bromo, Mitte: Hindutempel, Vorne: Pferd
Auf dem Kraterrad
Der Ijen von oben
So sehen die Bergarbeiter aus, die den Schwefel schleppen. Man beachte die Wunden an den Schultern!
Der Ijen von unten
Arbeiter bei der Schwefelfoerderung
So sehen die Bergarbeiter aus, die den Schwefel schleppen. Man beachte die Wunden an den Schultern!
Der Ijen von unten
Arbeiter bei der Schwefelfoerderung
Essen, das Christof heute vermisst:
-gutes deutsches Brot mit Butter und ein wenig Meersalz
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